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Medizinethische Materialien 


 

Heft 190: Frey, Christofer: Das Konzept der Menschenwürde in der medizinischen Ethik. März 2012

 
Die Studie zum Thema der Menschenwürde nimmt die Skepsis Tom L. Beauchamps ge-genüber diesem Konzept zum Anlass, nach seiner Bedeutung für die Medizinethik zu fragen. Sie zeigt sich, wenn die ethische Reflexion der Prinzipien der ‚commmon morality‘ notwen-dig wird. Vor allem in Konflikten und in Grenzsituationen des Lebens ist es nicht eindeutig, was ‚beneficence‘, ‚autonomy‘ usw. bedeuten. Sie müssen dann nicht allein auf die jeweilige Situation zwischen Arzt und Patient (und Angehörigen) bezogen werden, sondern auf lang-fristige Perspektiven einer integrativen und verantworteten Lebensführung und einer in der Auseinandersetzung mit der Krankheit zu bewährenden Identität, die oft nur von anderen be-wahrt werden kann (Altersdemenz) oder vorauslaufend antizipiert werden muss (Embryonen). Die Medizinethik bedarf deshalb einer Art ‚transzendentaler‘ Argumentationsebene bzw. ei-ner Fundamentalanthropologie, die leider nur zum Teil an alte Konzepte von einer Natur des menschlichen Lebens anknüpfen kann, weil sie den Wandel menschlicher Existenz und vor allem der Medizin und ihrer Institutionen berücksichtigen muss. Auch die Suche nach Uni-versalität darf nicht in formalen Argumentationen (‚Universalisierung‘) enden, sondern muss sich mit den Gehalten des Würdekonzepts auseinandersetzen, um dessen Genese in eher par-tikularen Umständen in eine universale Entfaltung umzusetzen

 
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