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Medizinethische Materialien 


 

Heft 49: Fletcher, John C.: Die ethische Diskussion um die Gentherapie am Menschen. 1. Auflage: 1989; 2. Auflage: August 1992

 
Der vorliegende Artikel untersucht die Geschichte der ethischen Diskussion über die Gentherapie am Menschen. Es wird die Meinung vertreten, daß die derzeitige Ethik der Wissenschaftler und der Kliniker hinsichtlich von Versuchen am Menschen im wesentlichen ausreicht, um Körperzellen-Gentherapie am Menschen im wesentlichen ausreicht, um Körperzellen-Gentherapie an betroffenen, geborenen Patienten in vielen Ländern in moralisch vertretbarer Weise durchzuführen. Diese Ethik, die auf dem Grundsatz des Schutzes menschlicher Versuchsobjekte und Forscher aufbaut, hält wahrscheinlich auch den stürmischen Diskussionen über die Vertretbarkeit künftiger Forschungen in der Keimbahntherapie stand, wobei mit starker Unterstützung seitens der Gesellschaft zu rechnen ist. Unterdessen müssen die Wissenschaftler mit der Tatsache zurechtkommen, daß die Zukunft der menschlichen Gentherapie im Zusammenhang mit der menschlichen Fertilisation und die Zukunft des Wissens über die Entwicklungsgeschichte genetischer Störungen untrennbar zusammenhängen mit dem Genkartierungsprojekt und den Möglichkeiten der Präembryo-Diagnose, nämlich Auswahl der Embryonen oder Änderung der Keimbahnzellen. Jede mit der Genkartierung und der gentherapeutischen Forschung befaßte Nation wird die moralischen und gesellschaftlichen Probleme, die davon aufgeworfen werden, offen darlegen müssen, um ihre Bürger davon zu überzeugen, daß die Genetik kontrolliert und auf nützliche Ziele hin geführt werden kann. Abgesehen von dem traurigen Tatbestand der Geschlechterauswahl durch pränatale Diagnose wurde und wird das Feld angewandter Humangenetik, zu dem die Behandlung von Erbkrankheiten gehört, in moralischer Übereinstimmung mit der von ihren Pionieren geforderten verantwortungsvollen Zurückhaltung bearbeitet.

 
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