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Medizinethische Materialien 


 

Heft 83: Ilkilic, Ilhan: Der Bochumer Arbeitsbogen und der türkische Patient. Pratik Tip Etigi Icin Bochum Calisma Tablosu Ve Thrk Hastasi. Juli 1993

 
Unter dem Einfluß des cartesianischen Denkens haben sich in Europa sowohl Technik und Medizin wie auch das Verständnis des Menschen von sich selbst gewandelt. In der Medizin haben Apparate und Daten oft die Menschlichkeit verdrängt und der Individualismus hat traditionelle Bande der Familie und Gemeinschaft geschwächt. In dieser Situation gilt es, sich auf die Natur des Menschen zu besinnen und Aufgaben und Grenzen der medizinischen Technik von den kulturübergreifenden medizinischen Prinzipien des "primum nil nocere", des "bonum facere" und der ärztlichen Schweigepflicht her zu bestimmen. Hierzu bietet der Bochumer Arbeitsbogen für die medizinethische Praxis an, der für die multikulturelle Gesellschaft um die folgenden vier Fragen erweitert werden muß: (1) Wünscht der Patient eine paternalistische, partnerschaftliche oder selbstbestimmte Behandlung? (2) Will der Patient Ehepartner oder Familienangehörigen in Entscheidungen einbeziehen? (3) Welche besonderen ärzteethischen Probleme Probleme ergeben sich aus der Einbeziehung Dritter in Entscheidungen? (4) Wie kann ereicht werden, daß jeder Patient entsprechend dem eigenen islamischen, christlichen oder säkularen Welt- und Wertbild behandelt wird?

 
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