>> Home   >> Veröffentlichungen   >> Medizinethische Materialien


Medizinethische Materialien 


 

Heft 130: Dabrock, Peter; Klinnert, Lars: Würde für verwaiste Embryonen? Ein Beitrag zur ethischen Debatte um embryonale Stammzellen. Juli 2001

 
Eine Kombination aus leibphänomenologischer und systemtheoretischer Perspektive kann plausibel nachweisen, dass die kategorische Würdezuschreibung, wie sie sich bei Kant und im Grundgesetz findet, auch auf Embryonen in vivo und in vitro anzuwenden ist. Allerdings muss in Anwendungsfragen die unbedingte Würdezuschreibung notwendigerweise mit empirischen Identifikatoren zusammengedacht werden, wie das Beispiel der juristischen Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod des Menschen zeigt. Analoges gilt im Blick auf verwaiste Embryonen: Wo weder die biologische als notwendige noch die soziale Umwelt als hinreichende Bedingung eines autopoietischen leiblichen Entwicklungsprozesses vorhanden sind, wäre deren Verwendung zu Forschungszwecken mit hochrangiger therapeutischer Zielsetzung ähnlich wie die Transplantation von Organen Hirntoter unter bestimmten Voraussetzungen vertretbar.



 
PDF-Download

englishdeutsch